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Coco ChanelCOCO CHANEL
Gabrielle Chanel wurde am 19. August 1883 in einer Kleinstadt im Loire-Tal in einfachen Verhältnissen geboren. Mit 18 wurde sie in ein Internat für höhere Töchter aufgenommen, in dem sie neben der Härte des Lebens auch das Nähen lernte. Als Verkäuferin in einem Textilladen in der Garnisonsstadt Moulins träumte Gabrielle von einer Karriere als Varieté-Sängerin. Zwei kindlich frivole Chansons, „Qui qu’a vu Coco“ und „Ko-Ko-Ri-Ko“, die sie damals gelegentlich in einem Konzertcafé sang, trugen ihr bei den Offizieren im Publikum den Namen Coco ein. Mit 25 lernte sie den Textilerben Etienne Balsan kennen, dessen Mätresse sie wurde. In ihrem neuen Leben auf Balsans Landsitz bei Paris erkannte Coco Chanel bald, dass die Frauen der Belle Epoque in ihrer Garderobe gefangen waren. Zwischen all den aufgerüschten Frauen bewegte sie sich in Hosen mit Bluse oder mit Krawatte, Pelerinenmantel und Kreissägen-Strohhut. Als dies bei den Frauen auf Begeisterung stieß, ahnte sie, dass mit ihrem Look Geld zu verdienen ist. Sie drängte ihren Geliebten dazu, ihr seine Wohnung in Paris zu überlassen, und machte sich mit seiner Unterstützung als Hutmacherin selbstständig. Ihr späterer Freund, der reiche Unternehmer Arthur Capel, ermöglichte ihr den Umzug in die Rue Cambon, in den Salon, der bis heute als das Stammhaus von Chanel bekannt ist. 1913 eröffnete sie eine Boutique in Deauville, 1915 eine weitere in Biarritz. Mit ihren Sommerkleidern aus Taschentuchleinen und den ersten Chanelkostümen bot sie den Frauen dieser Zeit nicht nur innovative Mode, sondern auch ein neues Lebensgefühl an. Mit den Jahren wurde ihre bequeme sportive Mode nicht mehr nur im Sommerurlaub in mondänen Badeorten getragen, sondern eroberte auch die Hauptstadt. Chanel vergrößerte ihr Geschäft und erweiterte ihre Kollektion um Kleid-mit-Mantel-Ensembles aus beigefarbenem Jersey, Sweater, Matrosenjacken, wadenlange Faltenröcke und Kittelkleider. Sie bediente sich an der Männergarderobe, verwendete Jersey, Tweed, Uniformknöpfe- und bordüren, sowie kragenlose Cardiganjacken und übersetzte all dies in eine neue Weiblichkeit. 1926 schuf sie die Abenduniform der neuen Frau: das kleine Schwarze. Beweglichkeit war von Anfang an das Kennzeichen des Chanel-Looks. Ihre Modelle folgten dem Körper, ihre Kollektionen dem Zeitgeist. Die primäre „raison d’être“ von Mode war und blieb für Chanel Dienst an der Trägerin. Mit dem Verzicht auf alles Extreme ist es ihr gelungen, ihre Mode zeitlos zu machen. Dieser Purismus zeigte sich auch an ihrem Parfum „Chanel No 5“, das zu ihrem 40. Geburtstag in einer eckigen Glasflasche ohne jeden Schnörkel auf den Markt kam. Auch dieser Duft, das erste Parfum, das aus synthetisch hergestellten Komponenten gemixt wurde, konnte bis heute jede Mode überstehen. In den 30er Jahren ging Coco Chanels Blütezeit zu Ende. 1939, mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, schloss sie das Haus Chanel und entließ ihre Angestellten. Missmutig beobachtete sie aus ihrem Exil in Lausanne, wie mit dem New Look von Dior 1947 all die Dinge auf die Laufstege zurückkehrten, gegen die sie in den 20er Jahren gekämpft hatte: Wespentaille, versteifte Röcke und Jacken. Als ihr Pierre Wertheimer, der Inhaber von Chanels Parfumlizenzen, schließlich mitteilte, dass die Umsätze des Duftes stark zurückgegangen seien, beschloss sie ihr Comeback. 1954 zeigte sie zum ersten Mal nach dem Krieg eine Kollektion, in ihrem Salon in der Rue Cambon. Es dauerte einige Zeit, bis ihre Reminiszenzen an die 20er auf Zuspruch stießen. Ihr Tailleur mit seiner kastigen, bortengefassten Jacke aus Bouclé und den mit Löwenköpfen dekorierten Goldknöpfen war das Kleidungsstück, das jede Frau haben wollte. Die das Bein optisch verlängernden Slingpumps mit Kontrastkappe, Broschen aus bunten Glassteinen und Taschen mit Schulterkette wurden von Modefirmen auf der ganzen Welt kopiert und setzen noch heute Maßstäbe. Die Markenzeichen von Chanel sind bis heute die Kamelie, kastige Kostüme, Ketten, Kettengürtel und Taschen mit Schulterketten. Das Time Magazine schätzte ihr Jahreseinkommen zuletzt auf 160 Millionen Dollar. Coco Chanel starb am 10. Januar 1971 in ihrer Suite im Hotel Ritz in Paris. |
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